PROFIFOTO MASTERCLASS MIT KRISTIAN SCHULLER –POWERED BY NIKON

Freitag, 10. Dezember 2021

Im Rahmen der ProfiFoto Masterclass-Reihe geben internationale Topfotografen Einblick in ihre Arbeitsweise. Den Auftakt machte ein Workshop mit Nikon Ambassador Kristian Schuller. Der bekannte Mode-Fotograf öffnete einen Tag lang die Tür zu seinem Berliner Fotostudio – die zehn Teilnehmer zeigten sich begeistert.

Elle, Harper’s Bazaar oder Vogue: Kristian Schuller arbeitet für einige der international größten Modezeitschriften. Schon zu analogen Zeiten setzte er dabei auf Nikon Profi-Spiegelreflexkameras wie die F3, F4 oder F5. Heute nutzt er die spiegellosen Vollformatmodelle des Nikon Z-Systems. Der Fotograf und Nikon Ambassador versteht sich vor allem als Geschichtenerzähler. Mit seinen farbgewaltigen Fotografien erschafft er märchenhafte Bildwelten und zählt damit zur Top-Riege der zeitgenössischen Modefotografen. Typisch für Schullers Bildsprache: Lange Verschlusszeiten von 1/15 Sekunde oder mehr, die seinen Bildern dank Bewegungsunschärfe einen besonderen Look verleihen.

Schullers Fotografie ist eng verbunden mit seiner Wahlheimat Berlin. Viele seiner Protagonisten rekrutiert er im legendären Club Berghain. Seine Arbeit als Modefotograf und seine spannungsvollen Bilder sind unter anderem geprägt von seiner Biografie. Da war zunächst der Vater – ein rumänisch-deutscher Schriftsteller und Theatermacher. Später, im Mode- und Fotografie-Studium, waren es seine Professoren: F.C. Gundlach, der Grandseigneur der Mode-Fotografie, und die legendäre Modedesignerin Vivienne Westwood. Ebendort, an der Berliner Hochschule der Künste, lernte er auch seine Frau Peggy kennen. Heute prägt sie als Art Directorin und Modedesignerin den Stil seiner Bilder mit.

Zehn Jahre lang haben die beiden in Paris und New York gearbeitet, heute sind er, Peggy und die beiden Söhne Oskar und Anton wieder in Berlin. Schullers verwinkeltes Studio liegt im Souterrain eines großen Gründerzeithauses in Berlin Mitte, in dem die Familie wohnt. „Es war schon immer mein Traum, im Morgenmantel zur Arbeit gehen zu können“, sagt er. Viele seiner Motive entstehen allerdings on location rund um den Globus. Das kompakte und leichte Nikon-Z-System hilft dabei, die strikten Gewichtsgrenzen für Handgepäck auf Flugreisen einzuhalten.

Neuem gegenüber war Schuller schon immer aufgeschlossen, schon früh wechselte er zur digitalen Fotografie, lange arbeitete er mit der Nikon D850, inzwischen ist das Nikon-Z-System sein Werkzeug. Ebenso innovativ: Schuller hat seine Studioblitze seit einiger Zeit durch LED-Panels ersetzt, die er zentral über ein iPad steuert und so spielerisch eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten zur Hand hat. Aber auch simple Hilfsmittel weiß er geschickt zu nutzen – beispielsweise präparierte Glasscheiben, durch die er hindurch fotografiert und so spannende Effekte im Bild erzeugt. Neben der für ihn wesentlichen Zusammenarbeit mit seiner Frau Peggy kann sich Schuller auf ein Team routinierter Assistenten und Bildbearbeiter stützen, die von Stylisten und Visagisten ergänzt werden.

ProfiFoto Masterclass: Premiere mit Nikon

Seit letztem Jahr fungiert Schuller zudem als Nikon Ambassador. Eines seiner jüngsten Aktionen: Im Juni diesen Jahres eröffnete er, in Kooperation mit Nikon, die neue, Masterclass Workshop-Reihe des Fotomagazins ProfiFoto. Mit – coronabedingt – sechsmonatiger Verspätung konnten zehn Interessenten einen Tag lang in den intensiven Austausch mit dem Fotografen gehen. Im Anschluss zeigten sich die Teilnehmer begeistert. „Es war spannend zu sehen, wie Kristian Schuller an seine Projekte herangeht - auch dass vieles spontan entsteht“, sagt etwa Masterclass-Teilnehmer Christian Weiss. „Toll fand ich, dass Kristian im Studio die Kontrolle behält und alles, was nicht essenziell ist, komplett ausblendet“, so ein anderer Masterclass-Teilnehmer.   Neben dem professionellen Team und der umfassenden Studioausstattung ist es vor allem das Level an Energie, die Schuller am Set ausstrahlt, dass die Teilnehmer begeisterte. „Es war ein toller, inspirierender Workshop mit tiefen Einblicken in Kristians kreatives Schaffen. Beeindruckt hat mich nicht zuletzt die Leichtigkeit, mit der er zu Werke geht, und seine Freundlichkeit“, so Masterclass-Teilnehmer Holger Dietz.

Interview mit Kristian Schuller

Kristian, wie definierst du Kreativität?

Kreativität entsteht durch das Leben. Du nimmst etwas auf und verarbeitest es zu etwas Neuem. Wir verwandeln die Dinge, die wir erleben, zu etwas Ungesehenem, mit unseren Händen, unseren Augen.

Wieviel Anteil haben die Models an deinen Bildern?

Die Modelle sind essenziell für meine Bilder. Ein Modell ist nicht einfach ein Kleiderständer, es kann Mode zum Leben erwecken. Deshalb liebe ich starke Charaktere: Frauen und Männer, die eine Aussage transportieren können.

Deine Fotografien erzählen Geschichten und laden dazu ein, diese Geschichten weiterzuspinnen. Was ist dein Geheimrezept?

Es gibt Kuchenrezepte, ein Rezept zum Bildermachen gibt es nicht. Wir alle sind geprägt durch unsere Umwelt und Herkunft, und das verarbeiten wir, jeder auf seine eigene Weise. Meine Fotografie gibt mir die Chance, die Träume meiner Kindheit immer wieder neu zu erleben. Das ist wie ein großes Spielzimmer. Ich erlebe dieses kindliche Staunen bei meinen Jungs. Es ist toll, solche Momente immer wieder neu zu inszenieren.

Wie wichtig ist Fototechnik für Dich?

Technik spielt natürlich eine große Rolle, denn die ist unser Handwerkszeug. Anne-Sophie Mutter spielt auf einer Stradivari, obwohl sie sicher auch auf jeder anderen Violine spielen könnte, so ist es auch für uns Fotografen. Wir brauchen genau das Werkzeug, das zu uns und unserem Workflow passt. Ich hatte schon als junger Student eine Nikon F3 – eine legendäre Kamera. Ich bin dann bei Nikon geblieben und habe später lange mit der D850 gearbeitet. Ein großer Schritt für mich war der Wechsel zum Nikon Z-System. An die Stelle des optischen Suchers trat ein elektronischer. Mich damit anzufreunden, hat etwas gedauert, aber die Vorteile haben mich schließlich voll überzeugt: Der Autofokus der Z-Modelle ist einfach der Wahnsinn, weil er über das gesamte Bildfeld hinweg das Motiv erfasst, und ich nicht ständig neu fokussieren muss. Und nicht zu unterschätzen: Ich fliege ja berufsbedingt sehr häufig, und Gewichtsprobleme sind da natürlich ein ständiges Thema. Mit dem Nikon-Z-System ist es deutlich einfacher, die Grenzen für Handgepäck einzuhalten.

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